Die Narren, die aufeinander schauen und einander erkennen

Der Narr ist eine der ältesten Figuren der Menschheit. Er trägt viele Namen — Schamane, Derwisch, Mystiker, Hofnarr. Was ihn verbindet: eine innere Freiheit, die äußere Verhältnisse überdauert. Er sieht anders und spricht aus, was andere verschweigen. Er ist unbuybar. Der Narr kennt das Wort Nein — zu sich und zu anderen. Seine Verwirrung ist sein Rohmaterial. Seine Klarheit, das Ergebnis. Man nennt sie Narren. Der Hofnarr hatte eine Funktion. Er durfte sprechen, was der König hören musste. Seine Andersheit war geschützt, weil sie der Wahrheit diente. ...

25. Mai 2026 · 2 Minuten · René Jochum

Augenhöhe oder was die KI nicht kann

Dinge, die eine Maschine nicht hat oder die nur mit einem lebendigen Gegenüber funktionieren Ein Herz haben. Wahre Hoffnung geben. Zwischen den Zeilen lesen. Ironie. Zusammenhalten. Der gute Wille. Erfahrung sammeln bei derselben Tätigkeit – wie der alte Mechaniker, der weiß, wo der Hammerschlag hingehört, weil er dreißig Jahre an diesem Motor gearbeitet hat. Der Punkt, der mich am meisten beschäftigt, war der letzte. Ich arbeite seit einer Weile mit Menschen in Sucht und psychischer Krise. Mein Anker dort ist nichts, was ich in einer Ausbildung gelernt habe. ...

20. Mai 2026 · 3 Minuten · René Jochum

An der Türe - Wie der Kampfmodus als Sani helfen kann

Es war ein schwerer Tag. Jemand, den ich liebe, wurde auf eine intensivere psychiatrische Station verlegt. Ich war dabei. Es gab Vertrauen. Das ist genug zu sagen. Die Szene An einer Türe. Meine Hand. Ein Satz, leise: „Die tun dir gut." Vertrauen hat einen Weg durch den Sturm gefunden. Was ich in diesem Moment gespürt habe: Liebe. Einfach. Vollständig. Auch Angst, ja — aber der Mut war größer. Und der Mut kam aus der Angst, dass jemand erlebt, was ich erleben musste. ...

15. Mai 2026 · 3 Minuten · René Jochum