Der Mann, der alles verlor und zweifach zurückbekam

Der Mann, der alles verlor und zweifach zurückbekam

Es war einmal ein Mann, der war gut. Untadelig und rechtschaffen, einer, der das Böse mied. Er war gut, wie ein Stein still ist — von Geburt an, ohne dass er je gewählt hätte. Da kamen die bösen Kräfte. Sie nahmen ihm zuerst das Außen: den Besitz und die Menschen, die er liebte. Dann griffen sie nach innen, nach dem Leib und dem Schlaf. Sie wollten wissen, ob das Gute hielte, wenn man ihm den Boden wegzog. ...

30. Mai 2026 · 2 Minuten · René Jochum

Die Narren, die aufeinander schauen und einander erkennen

Der Narr ist eine der ältesten Figuren der Menschheit. Er trägt viele Namen — Schamane, Derwisch, Mystiker, Hofnarr. Was ihn verbindet: eine innere Freiheit, die äußere Verhältnisse überdauert. Er sieht anders und spricht aus, was andere verschweigen. Er ist unbuybar. Der Narr kennt das Wort Nein — zu sich und zu anderen. Seine Verwirrung ist sein Rohmaterial. Seine Klarheit, das Ergebnis. Man nennt sie Narren. Der Hofnarr hatte eine Funktion. Er durfte sprechen, was der König hören musste. Seine Andersheit war geschützt, weil sie der Wahrheit diente. ...

25. Mai 2026 · 2 Minuten · René Jochum