Vom Geringsten zum Niemand — Über die unsichtbaren Schäden des Schubladendenkens

Wir sortieren Menschen. Täglich, unbewusst, in Sekundenbruchteilen. Obdachlos. Arbeitslos. Süchtig. Gescheitert. Die Schublade geht auf, der Mensch geht rein, die Schublade geht zu. Was drin ist, sehen wir nicht mehr — wir sehen nur noch das Etikett. Was die Schublade mit dem Menschen macht Wer klassifiziert wird, verliert zuerst seinen Namen. Nicht den auf dem Ausweis — den inneren. Den Namen, der sagt: Ich bin jemand. Ich habe eine Geschichte. Ich habe etwas beigetragen. ...

6. März 2026 · 2 Minuten · René Jochum