Eine harte Grenze tötet das Innenleben

Eine harte Grenze tötet das Innenleben

Eine der Regeln, nach denen ich Software baue, heißt: Vorgaben außen, Freiheit innen. Die Bedingungen gehören an den Rand. Was drinnen passiert, darf dann direkt sein. Keine Funktion muss sich gegen ihre eigenen Aufrufer verteidigen, weil am Rand schon entschieden wurde, was hereinkommt. Die Grenze ist da, damit es innen frei wird. Bei Menschen kippt das. Was die Grenze im Code macht Sie sagt, was durchgeht. Mehr nicht. Sie sagt nichts darüber, was drinnen ist, wie es arbeitet, wie es sich ändern darf. Genau deshalb funktioniert sie: sie beschreibt einen Übergang, keinen Inhalt. Was innen liegt, bleibt seine eigene Sache. ...

Gesellschaft · 22. August 2026 · 5 Minuten · René Jochum