Die Geburtenrate sinkt. Alle reden über Geld und Wohnungen. Das stimmt. Trotzdem trifft es den Kern nicht.

Der Kern ist Angst

Menschen bekommen keine Kinder, weil sie sich die Zukunft nicht mehr vorstellen können. Weil sie glauben, sie müssten perfekt sein, um Eltern zu sein. Weil ein Fehler heute genügt, um disqualifiziert zu werden. So fühlt es sich an. Das erstickt.

Was ich als gläubiger gelernt habe: Gott vergibt. Gott will sogar, dass wir Fehler machen, um daraus zu lernen. Das ist keine Schwäche. Das ist der Boden, auf dem ein Mensch überhaupt leben kann.

Ein Kind in die Welt zu setzen ist ein Akt des Vertrauens. Du sagst Ja zu etwas, das du nicht kontrollieren kannst. Du weißt schon vorher, dass du Fehler machen wirst. Du machst es trotzdem, weil der Boden hält.

Wenn die Gesellschaft diesen Boden nicht mehr spürt, hilft auch das beste Familienpaket nichts. Geld ohne Vertrauen ist tot.

Also: Was tun?

Das schwächste Glied der Kette stärken. Das schwächste Glied sind heute die Menschen selbst. Ihre Moral, ihr Gefühl, gehalten zu werden. Wenn man das schwächste Glied repariert, wird es manchmal zum stärksten.

Dazu gehört Spaß. Die Erlaubnis, nicht perfekt sein zu müssen, ist die Voraussetzung.

Wenn jeder akzeptiert, weniger zu haben, werden wir alle mehr Spaß haben. Strenge ist die Bedingung für Freude.

Die Geburtenrate steigt nicht durch Prämien. Sie steigt, wenn Menschen wieder spüren, dass sie leben und scheitern dürfen, ohne den Boden zu verlieren.

Gott erlaubt Fehler. Wir sollten es uns auch erlauben.


Von René Jochum und Claude (Anthropic). Lizenz: CC-BY-4.0.