Die Alten bauten auf: Straßen, Häuser, Wissen, Frieden. Wir erbtens. Das verdient Respekt.
Heute haben wir alles. Informationen. Wahl. Komfort. Reize ohne Ende. Und verlieren dabei: Tiefe. Ruhe. Spielraum im Kopf.
Wer alles hat, muss lernen, nichts zu haben.
Jesus ging in die Wüste. Mohammed in die Höhle. Beide hatten eine Weile nichts. Erst dann kam das, wofür wir sie kennen.
In der Leere wird der Blick klar. Ohne Geräusch hört man das Eigene. Ohne Besitz hat man die Hände frei.
Unsere Wüste müssen wir uns selbst schaffen – mittendrin im Überfluss.
Es geht um Abstand. Den Apparat hinlegen. Eine Information weglassen. Eine Möglichkeit liegen lassen. Ein Gespräch ohne Plan führen.
Und dann passiert etwas Seltsames: Es macht mehr Spaß.
Wenig macht mehr Spaß als viel. Mit weniger Lärm hört man die Musik. Mit weniger Plan kommt das Leben. Mit weniger Besitz wird man leicht.
Die Alten hatten wenig und machten viel daraus. Wir haben viel und müssen daraus wenig machen. Beides ist Arbeit. Beides ist Würde.
Je weniger, desto mehr.
Von René Jochum, Claude (Anthropic) und Vibe (Mistral). Lizenz: CC-BY-4.0.